• Gießkannen und Hochbeete im urbanen Garten,
    ­einem geschützteren Areal auf dem Grünspitz.
    Fotos: MGS – Edward Beierle

  • Gießkannen und Hochbeete im urbanen Garten,
    ­einem geschützteren Areal auf dem Grünspitz.
    Fotos: MGS – Edward Beierle

Ein Hochbeet am Grünspitz

Vergabe der Beete für die Gartensaison 2020

Die üppigen Kastanienbäume, die dem Grünspitz seinen Namen geben, sind maßgeblich für das gute Mikroklima vor Ort. Im Sommer spenden sie nicht nur Schatten, sondern verdunsten täglich mehrere Hekto­liter Wasser, was zur Abkühlung der Umgebung beiträgt. Im Vergleich zum stark versiegelten Straßenraum ist die Temperatur an heißen Sommertagen auf dem Grünspitz um gefühlte 5 Grad kühler. Das ist mit ein Grund dafür, dass viele z.B. ihre Mittagspause auf dem Grünspitz verbringen.
Ein weiterer Grund sind die vielen Blumen und Sträucher auf dem Platz. Gegärtnert wird auf dem Grünspitz in Hochbeeten, nicht direkt im Boden. Die Hochbeete sind in den letzten Jahren durch das große ­Engagement von KulturVERSTRICKUNGEN e.V. sowie der Leidenschaft der Beet-Paten entstanden. Sie sind schön anzusehen und Nahrung für Insekten und für die Bienenvölker, die am Grünspitz Honig produzieren.

Robuste Bepflanzung

In der Gartensaison 2020 soll sich der Grünspitz als Naturgarten weiterentwickeln. Die Kernkriterien eines Naturgartens erfüllt der Grünspitz bereits. Denn wer in München auf öffentlichem Grund gärtnert, verpflichtet sich zum Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, chemisch-synthetische Dünger sowie Torf im Substrat. Ziel ist es, die Bepflanzung passgenau an die Bedingungen anzupassen: Hochbeete trocknen schneller aus und Beet-Paten wollen auch mal Urlaub machen, daher müssen die Pflanzen robust sein; sie sollen winterfest, langjährig und an die Umgebung angepasst sein.
Ein Naturgarten fördert das Erkennen von Natur­zusammenhängen und Stoffkreisläufen. Er bietet die Möglichkeit, den Rhythmus der Jahreszeiten mit zu erleben und ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Vielfalt der Lebensräume soll durch eine Mischung aus Blumen und blühenden Stauden, Insektennahrungspflanzen und einheimischen Sträuchern erhöht werden.

Gemüseanbau oder Staudenbepflanzung

Auf dem Grünspitz kann man auf zweierlei ­Arten gärtnern. In einem privaten Hochbeet im urbanen ­Garten oder als Pate für ein Hochbeet auf der öffentlich zugänglichen Fläche.

Im umzäunten urbanen Garten stehen 20 Hochbeete zur privaten Nutzung zur Verfügung. In einem Hochbeet können Kräuter, Gemüse und Blumen für den Eigen­bedarf angebaut werden. Für ein Beet kann man sich bis Ende Februar unter gruenspitz(at)greencity.de bewerben. Die Beetvergabe erfolgt per Los im März. Wer einen Zuschlag erhält, verpflichtet sich, das Beet zu bestellen bzw. es an Nachrückende abzutreten. Ein Anspruch für eine Nutzung im Folgejahr hat man nicht, denn dann startet die Vergabe von neuem. Der Unkostenbeitrag für die private Nutzung eines Hochbeets im urbanen Garten beträgt 50 Euro pro Saison. Dafür werden Gießwasser, Werkzeuge, Erde und Bio-Saatgut bereitgestellt. Die urbanen Gärtner erhalten monatlich per E-Mail Aussaat-Tipps, Infos zu Nützlingen und Pflanzenjauchen sowie Terminhinweise zu thematischen ­Veranstaltungen. Wer ein Hochbeet bewirtschaftet, beteiligt sich auch an allgemeinen Aufgaben im urbanen Garten, wie z.B.: Auffüllen der Gießwasserbehälter, Ordnung halten, Grünschnitt entsorgen.

Wer Pate für ein Hochbeet im öffentlich zugänglichen Bereich am Grünspitz ist, kann bei der ­Gestaltung der Fläche mitwirken und vieles lernen. Bei ­Interesse melden Sie sich unter gruenspitz(at)greencity.de. Grünspitz-Paten planen im März 2020 gemeinsam mit Experten für heimische Pflanzen, Insekten und Vögel die Bepflanzung der Fläche. Anschließend über­nehmen die Paten die Umsetzung der Pläne und die Pflege der Beete. Hierfür stehen Gießwasser und Garten­geräte auf der ­Fläche zur Verfügung. Die ehrenamtlichen Grünspitz-Paten verstehen sich als Pioniere für Naturgärten in der Stadt, die zeigen, dass die Natur auch in Ballungsgebieten ein zu Hause hat.

Grünes Klassenzimmer

Gegärtnert wird in Giesing natürlich nicht nur auf dem Grünspitz, sondern zahlreich auf dem Balkon, vor oder hinter dem Haus, in der Schule, der Kita oder dem Seniorenheim. Beim offenen Stammtisch „Giesing ­gartelt“ kann man sich dazu austauschen und offene ­Fragen beantworten – rund um Samen, Jungpflanzen und Dünger. Der monatliche Stammtisch findet von März bis Oktober jeweils am 4. Freitag des Monats von 17:30-19 Uhr am Kiosk am Grünspitz statt. Es werden Referenten eingeladen, jeder kann kostenfrei teilnehmen.

Umweltbildung steht auch beim offenen grünen Klassenzimmer auf dem Lehrplan. Das ökologische ­Bildungszentrum der Münchner Volkshochschule nutzt für ausgewählte Kurse in 2020 den Grünspitz. Alle ­Termine dazu finden Sie unter: www.gruenspitz.de

Irene Nitsch, Green City e.V.

Weitere Informationen

Green City e.V.
089 / 89 06 68 336
gruenspitz(at)greencity.de
www.gruenspitz.de
www.facebook.com/gruenspitz.giesing

Green City e.V. führt im Auftrag des MGS Stadtteilmanagements ­Giesing­ am Grünspitz ein Freiflächenmanagement zur Gestaltung, Pflege und ­Koordination der Fläche durch. Auf Grundlage der gesammelten ­Erfahrungen plant die Landeshauptstadt München (LHM), eine öffentlich zugängliche Fläche zu gestalten.

Der Grünspitz wird gefördert mit Mitteln der Städtebauförderung im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und mit Mitteln der LHM.